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Energieeffizienzklassen A+ bis H im Energieausweis: Was die Klassen bedeuten
Die Energieeffizienzklassen A+ bis H zeigen auf einen Blick, wie sparsam oder verschwenderisch ein Gebäude mit Energie umgeht. Was die Klassen bedeuten, wie sie berechnet werden — und welche Rolle sie bei Kauf, Vermietung und Sanierungsplanung spielen.
Seit dem Gebäudeenergiegesetz 2020 tragen alle Energieausweise in Deutschland eine Effizienzklasse — von A+ (Passivhaus-Niveau) bis H (nicht oder kaum gedämmt). Die Skala funktioniert wie bei Haushaltsgeräten: Je früher im Alphabet, desto sparsamer das Gebäude.
Die Klassen im Überblick
Grundlage für die Einstufung ist der Endenergiebedarf oder -verbrauch in kWh pro Quadratmeter und Jahr:
A+: unter 30 kWh/(m²·a) — Passivhaus, KfW-Effizienzhaus 40
A: 30–50 kWh/(m²·a) — Neubau nach GEG-Standard
B: 50–75 kWh/(m²·a) — gut sanierter Bestand
C: 75–100 kWh/(m²·a) — solide Kernsanierung
D: 100–130 kWh/(m²·a) — mittlerer Bestand
E: 130–160 kWh/(m²·a) — älterer Bestand, teilsaniert
F: 160–200 kWh/(m²·a) — kaum saniert
G: 200–250 kWh/(m²·a) — hoher Energieverbrauch, großes Einsparpotenzial
H: über 250 kWh/(m²·a) — Gebäude vor 1977 ohne Dämmmaßnahmen
Für ältere Gebäude in Deutschland typisch sind die Klassen E bis H. Wer ein Haus der Klasse G oder H kauft, muss mit deutlich höheren Heizkosten rechnen und sollte den Ausweis als Planungsgrundlage für eine Sanierung nutzen.
Warum die Klasse immer wichtiger wird
Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) aus dem Jahr 2024 verpflichtet die Mitgliedstaaten, ihre Bewertungssysteme schrittweise zu harmonisieren und den Bestand energetisch aufzuwerten. Mehrere EU-Länder haben bereits Vermietungsverbote für die schlechtesten Klassen eingeführt oder angekündigt. In Deutschland läuft die politische Debatte, aber die Richtung ist klar: Die Effizienzklasse wird vom Formalienpapier zum Wertindikator.
Das bedeutet für Eigentümer und Käufer: Eine schlechte Effizienzklasse kann den Wiederverkaufswert mindern, die Finanzierung verteuern und die Vermietbarkeit langfristig einschränken.
Verbrauchs- oder Bedarfsausweis — welcher zeigt die Klasse korrekt?
Beide Ausweistypen liefern eine Effizienzklasse. Der Bedarfsausweis berechnet den theoretischen Energiebedarf auf Basis der Gebäudehülle und ist damit unabhängig vom Nutzerverhalten — er zeigt den baulichen Zustand. Der Verbrauchsausweis zeigt, was die Bewohner tatsächlich verbraucht haben, und ist bei sparsamen Bewohnern günstig, kann aber bauliche Mängel verschleiern.
Was Sie jetzt tun können
Wer den Ausweis für sein Gebäude noch nicht hat, sollte ihn rechtzeitig beantragen — nicht erst kurz vor Verkauf oder Vermietung. Der Ausweis gibt einen objektiven Überblick über den energetischen Zustand und kann als Grundlage für Sanierungsentscheidungen dienen.
Beim Ingenieurbüro Brinkmann bestellen Sie Ihren Energieausweis online unter ea-direkt.de/bestellen: Verbrauchsausweis ab 79 € brutto, Bedarfsausweis ab 449 € brutto, jeweils inkl. MwSt. Ausstellung innerhalb von 10 Werktagen nach der Datenaufnahme. Kein Insel- oder Anfahrtszuschlag.